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| Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe
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So lese, und mein Aug wird offen bleiben
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe (Taschenbuch) Zunächst begegnet uns auf der Umschlagabbildung ein Faksimile von Celans Gedicht "Abzählreime", ich erwähne dies, weil es programmatisch für diese Ausgabe ist: Das Gedicht respektive die Dichtung steht im Vordergrund.
Auf den ersten 550 Seiten sind Celans Gedichte abgedruckt. Sie sind unterteilt in:
I Von Paul Celan zu Lebzeiten publizierte Gedichte
II Aus dem Nachlaß publizierte Gedichte.
Dort enthalten sind die Gedichtbände(Die Namen machen es vielleicht eindrücklicher):
Der Sand aus den Urnen, Mohn und Gedächtnis, Von Schwelle zu Schwelle, Sprachgitter, Die Niemandsrose, Atemwende, Fadensonnen, Lichtzwang, Schneepart, Zeitgehöft
Zusätzlich sind enthalten:
Verstreute Publikationen, Celans Frühwerk, nicht aufgenommene Gedichte, Gedichte in Zeiträumen (z.B. Zeitraum "Lichtzwang", Zeitraum "Schneepart"), Späte Gedichtsammlung, Späte verstreute Gedichte, Schwer zu datierende Gedichte
Kommentar ab 561
Der Kommentarteil beginnt mit einem gelungenen und informativem Vorwort. Danach werden Abkürzungen, Siglen und Kurztitel erklärt.
Anschließend kommt für mich ein Highlight dieser Edition:
Bibliographie - Celans Bibliothek ausgebreitet, Bücher teilweise mit Lesedaten und Hinweisen als Inspirationsquelle für Gedichte sind aufgelistet:
z.B.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre. Roman, München 1953 (PBC: Widmung "Für Paul Celan in herzlichem Gedenken, I Heimito von Doderer I München, im Dezember 1954.")
Duras, Marguerite: Le Vice-consul, [Paris] 1966 (BPC: ursprünglich eingelegter Entwurf zu "Zerr dir" verschollen).
Nun bis Seite 987 "Der Einzelkommentar":
z.B.(ausgewählt aufgrund der Kürze)
Seite 646 Sprachgitter
......
......
Mit Brief und Uhr
Entstehung Anfang 1956 (Genf) - 3.11.1958; das letzte Datum
bezieht sich auf den Titel. Celan hatte vom 1.1 bis zum 30.4.
1956 einen Zeitvertrag als Übersetzer am Internationalen Arbeitsamt
in Genf.
Separater Erstdruck: Akzente, München, Heft 4 (August) 1956,
S. 300, unter dem Titel "Stilleben und Briefe und Wanduhr", zusam-
men mit "Heimkehr" (SG) und "Unter ein Bild".
Varianten:
Akzente: V. 3 f. in einem Vers; V.10 "eiserne Ringe gezogen."; V. 16
"Komm nun, schimmerndes Licht."
Erläuterungen:
T Mit Brief und Uhr] "Brief und Uhr" war zeitweise als Zyklustitel
vorgesehen.
Auf den letzten Seiten des Buches findet sich ein Verzeichnis der Gedichte in alphabetischer Form und ein ausführliches Inhaltsverzeichnis.
Wer sich ein wenig für Lyrik interessiert, kommt an Paul Celan und seinen Gedichten nicht vorbei. Die "Kommentierte Gesamtausgabe" empfehle ich mit größtem Vergnügen und abschließend mit Celans "Schlaflied"
Schlaflied
Über die Ferne der finsteren Fluren
hebt mich mein Stern in dein schwärmendes Blut.
Nicht mehr am Weh, das wir beide erfuhren,
rätselt, der leicht in der Dämmerung ruht.
Wie soll er, Süße, dich betten und wiegen,
daß seine Seele das Schlummerlied krönt?
Nirgends, wo Traum ist und Liebende liegen,
hat je ein Schweigen so seltsam getönt.
Nun, wenn nur Wimpern die Stunden begrenzen,
tut sich das Leben der Dunkelheit kund.
Schließe, Geliebte, die Augen, die glänzen.
Nichts mehr sei Welt als dein schimmernder Mund.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 27. September 2006 | | |
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