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Ganz großes Kino!!!
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Ich besitze das Spiel seit nun knapp 6 Monaten und hatte daher genug Zeit, es lange genug anzutesten und auf viele mögliche Arten anzuspielen.


===Allgemeines===
Die Inszenierung ist so großartig wie in einem Film. Man erlebt eine epische Geschichte und kann selbst Einfluss darauf nehmen. Es gibt so viele großartige Momente, bei denen ich eine Gänsehaut bekommen habe. Vor allem das Ende hat mich schwer beeindruckt und lässt keine Wünsch offen.

Die neuen Charaktere passen wunderbar in die Welt und man ist auch immer gewillt, Gespräche mit ihnen zu führen. Jede hat seine eigene Persönlichkeit, die wunderbar ausgearbeitet worden sind. Man kann in diesem Spiel Charaktere wirklich lieben und hassen.


===Grafik/Leveldesign===
Es ist immer noch die Unreal Engine 3, wie auch im ersten Teil, allerdings wurde daran erheblich gearbeitet. Alles sieht besser aus, alles ist effektvoller. Die Gesichtsanimationen in den Gesprächen sucht ihresgleichen; man erkennt sofort alle Emotionen, die der Gesprächspartner fühlt.
Leider passieren in einigen Gesprächen ärgerliche Clipping-Fehler, jedoch sind diese aufgrund der hervorragender Dialoge zu verschmerzen.

Zum Leveldesign: Meiner Meinung nach ist es größtenteils gelungen. Die Bereiche der Citadel sind schön dargestellt und wirken atmosphärisch. Auf Omega merkt man sofort, dass es rau zugehen muss.
Jedoch wirken kleine Gebäudekomplexe immer irgendwie vertraut. Dies merkt man jedoch nicht so extrem im Eifer eines Gefechts.


===Sound/Dialoge===
Die Soundkulisse kann man nur mit einem Wort beschreiben: Großartig! Auch wenn mir die neue deutsche Synchronisation zu Anfang nicht gefallen hat, merkt man nach 2-3 Stunden, dass die neue Stimme von Shepard gut zum neuen erwachsenen Stil von Mass Effect 2. Auch die anderen Stimmen sind fast immer ausgezeichnet besetzt; ich habe nur an einer Stimme eines Charakter was auszusetzen, jedoch ist dies Geschmackssache.
Auch der Rest vom Sound ist äußerst gelungen. Die Explosionen klingen sehr laut, die Kampfkommentare sind passend, Waffensounds sind ganz gut.


===Charakterentwicklung===
Wie in jedem guten Rollenspiel kommt am Anfang die Charaktererstellung. Dabei gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder erstellt man einen komplett neuen Charakter oder importiert seinen Charakter aus dem ersten Teil. Wählt man die 2. Möglichkeit, so kann man sein altes Aussehen übernehmen oder den Charakter neu gestalten. Man wählt eine der neuen Klassen und kann sofort loslegen. Die Besonderheit am Import ist, dass alle Entscheidungen vom ersten Teil Auswirkungen auf die Welt vom zweiten Teil haben. Es passiert zwar nichts Spielerelevantes, jedoch kommt es hin und wieder zu netten Dialogen mit Personen aus dem ersten Teil und man schwelgt in Erinnerungen.

Durch Levelaufstiege erhält man immer drei Talentpunkte, die man auf bis zu sechs Talente verteilen kann. Dies passiert leider nur noch in jeweils vier Stufen, dadurch erhält man fast alle Talente auf Maximalstufe, wodurch ein taktischer Anspruch verloren geht. Immerhin kann man auf der letzten Stufe einer Fähigkeit zwischen zwei zusätzlichen Boni für die Fahigkeit wählen.Die Klassen sind allesamt interessant gemacht, jedoch sind sie teilweise schon aus dem ersten Teil bekannt.

Das, ebenfalls aus dem ersten Teil bekannte Paragon/Renegade-System wurde beibehalten und in den Dialogen um eine zusätzliche Komponente erweitert. Man hat in den Gesprächen die Möglichkeit, kleine Aktionen in den Gesprächen auszuführen. Diese fügen sich wunderbar in die eigentlichen Dialoge ein und machen diese noch interessanter.


===Gameplay===
Ich war am Anfang sehr skeptisch, da ich der Meinung war, dass der Rollenspielanteil im ersten Teil schon zu gering war. Doch nachdem ich angefangen hatte, war es mir ziemlich egal. Ich finde, dass der erhöhte Actionanteil der filmreifen Inszinierung hilft und äußerst gut in die Welt passt. Das Deckungssystem funktioniert gut und geht recht schnell. Eine Neuerung ist die Einführung von Munition für die Waffen, jedoch findet man unterwegs so viel, dass man nicht unbedingt auf die Anzeige sehen muss.

Zusätzlich gibt es noch drei Minispiele: Schaltplatten kurzschließen (Memorie), Hacken (Suchspiel) und das Planetenscannen. All diese Minispiele sind am Anfang noch ganz lustig, nerven im Verlauf des Spiels aber immens. Während aber Hacken und Schaltplatten kurzschließen schnell von der Hand geht, nervt das Planetenscannen recht schnell. Umgehen kann man dies aber nicht, da man dadurch Rohstoffe bekommt, die für Upgrades an Schiff, Waffen oder Rüstungen gebraucht werden.


===Aufträge===
Da ich hier nichts spoilern möchte, verliere ich nur ein paar Worte zu den Hauptaufträgen. Diese sind ausgezeichnet inszeniert und erzählen auch immer eine nette Geschichte. Sie unterscheiden sich grundlegend voneinander und sind ich habe sie immer gerne gespielt.

Die Nebenaufträge sind zum Glück nicht mehr so schlimm wie im ersten Teil. Diese erzählen ebenfalls meist eine nette Geschichte, passend zur Haupthandlung und fügen sich schön ins Spiel ein. Zwar sind sie teilweise ähnlich gestaltet, jedoch sind sie viel interessanter als im ersten Teil (vor allem die Loyalitätsmissionen der Crew).


===Inventar===
Das Inventarsystem ist praktisch nicht vorhanden. Es gibt nur eine Hand voll Waffen und Rüstungen (die man jetzt auch farblich verändern kann). Das Spiel wählt außerdem automatisch die beste Waffe für alle Charaktere. Dadurch geht leider eine weitere taktische Komponente verloren.


===Fazit===
Nein, Mass Effect ist für mich kein wirkliches Rollenspiel mehr, sondern mehr ein Actionspiel, jedoch mit einem recht soliden Anteil an Rollenspiel. Der Hauptgrund, warum man dieses Spiel spielen sollte, ist die epische Handlung und die wunderbaren Charaktere. Jedoch lege ich jedem ans Herz, erst den ersten Teil durchzuspielen, um den zweiten Teil in all seiner Pracht zu erleben.

Eine Rezension von David Mayrhofer >
vom 10. Juli 2010
Kundenrezensionen:
140. Mitreißende gut inzenierte Hauptstory aber langweilige "Zusätze"
139. Mehr als ein Nachfolger
138. Ein guter Nachfolger
137. Ganz großes Kino!!! (die aktuell angezeigte Rezension)
136. Spannung, Spiel, Überraschung
135. Überdurchschnittlich, nicht mehr
134. Phantastisch erzählte und actionreiche SF-Oper
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